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07.04.2016 | Woher kommt der Stress?

«Ich bin im Stress» – «Du stresst mich» – «Immer dieser Stress» – «Beziehungsstress» – «Alltagsstress..» Sogar die Ferien bleiben nicht verschont davon. Doch wann hat dieser 'Stress' angefangen, seinen langen Schatten zu werfen?

Das Wort 'Stress' wurde 1936 in einem Aufsatz über 'Stress' von Hans Selye (1907 bis 1982) – Professor für Biochemie – in den deutschen Sprachgebrauch eingeführt. Mit diesem Aufsatz, mehr als 1700 weiteren Arbeiten und 39 Büchern wird Hans Selye zum Vater der Stressforschung. Der aus dem Englischen stammende Begriff 'Stress' steht für 'Druck, Belastung, Zug' und wurde zuerst in der Materialkunde gebraucht. Und wie kam Selye auf 'Stress'? Ihm fällt als Medizinstudent auf, dass viele Patienten in den Anfangsphasen von Krankheiten mit verschiedenartigem Verlauf dieselben Symptome zeigen: Unwohlsein, Fieber, diffuse Schmerzen, Magenprobleme, Appetit- und Schlafstörungen. Wo die Parallelen dazu lagen und wodurch diese ausgelöst wurden, entdeckte Selye Jahre später bei Untersuchungen an Ratten. Dabei fand der in Kanada lebende, aus Österreich eingereiste Forscher mit ungarischen Wurzeln heraus: «Der Organismus hat ein allgemeines Reaktionsmuster, mit dem er auf mögliche Schäden durch krankheitsauslösende Faktoren antwortet». Damit war das Konzept 'Stress' geboren. Ob sich Selye heute noch rühmen und diesen Begriff als «Geschenk an die deutsche Sprache» bezeichnen würde, bleibt ungewiss. Fest steht: Das Wort ist gänzlich zur Phrase verkommen, und muss für alles hinhalten, was stresst – und das ist heute ganz schön viel!

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