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Kwxx Ostern2

02.04.2026 | Ein Fest, das sich nicht festlegen lässt

Zwischen Hasen, Eiern und vollen Regalen verliert man leicht den Blick fürs Wesentliche. Vielleicht zeigt sich Ostern genau dort, wo es still wird.

Ostern beginnt heute oft früh. Zu früh vielleicht. Kaum sind die letzten Lichter der Weihnachtszeit verschwunden, stehen sie da: Hasen in allen Formen, Eier in allen Farben, Regale, die das Fest bereits vorwegnehmen. Man könnte meinen, Ostern sei eine Frage der Verfügbarkeit geworden. Wer zuerst sichtbar ist, gewinnt. Und doch zeigt sich das eigentliche Ostern meist erst später. Dann, wenn sich etwas verändert, ohne dass man es gross bemerkt. Wenn Licht zurückkommt. Wenn es draussen wieder nach Erde riecht, nach Bärlauch vielleicht, nach etwas, das sich nicht ins Regal stellen lässt. Es sind kleine Dinge: ein Tisch, der gedeckt wird, ein Zopf, der noch warm ist, Hände, die Eier färben. Nichts davon ist spektakulär. Und genau darin liegt etwas Beruhigendes.

Ostern war nie nur ein Termin. Es war immer auch ein Moment. Ein bewegliches Fest – im Kalender, aber auch im Erleben. Während hier Eier versteckt werden, beginnt anderswo der Tag mit Wasser, mit Ritualen, mit Gesten, die nicht immer sofort verständlich sind. Und vielleicht muss man das auch nicht alles verstehen. Vielleicht reicht es, zu sehen, dass sich dieses Fest immer wieder neu formt, je nachdem, wo man ist.

Auch der Hase war nicht von Anfang an als solcher da. Und das Ei schon gar nicht als Spiel. Beides hat sich dazu gesellt. Hat Bedeutung bekommen, wurde getragen, verändert, weitergegeben. Was bleibt, ist weniger das Symbol als das, was dahinter liegt: ein Anfang, der nicht laut ist. Etwas, das im Verborgenen wächst. Und sich erst zeigt, wenn man hinschaut. Vielleicht ist das ja der eigentliche Kern dieses Festes. Dass man nicht alles sofort sieht. Dass manches erst mit der Zeit entsteht. Und dass das, was man sucht, oft mehr ist als das, was man findet.
Ostern lässt sich nicht festlegen. Nicht auf ein Datum, nicht auf ein Bild, nicht auf eine Tradition. Es zeigt sich jedes Jahr neu. Ein wenig anders. Und doch vertraut.

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