
Man geht daran vorbei. Jeden Tag. Alles ist gemacht. Und deshalb unsichtbar.
Der Kübel ist geleert, die Strasse geräumt, das Laub verschwunden. Die Stadt funktioniert – und genau deshalb fällt nichts auf. Erst wenn etwas fehlt, entsteht eine Geschichte. Bei der Arbeit für den Werkhof Olten stellte sich eine einfache Frage: Was passiert, wenn man statt den Mangel die Menschen dahinter sichtbar macht?
Öffentliche Arbeit hat ein eigenes Paradox: Sie gilt als gelungen, wenn sie nicht auffällt. Je besser sie gemacht wird, desto weniger spricht man darüber. Kommunikation gerät hier schnell in eine Sackgasse. Erklärt man Leistungen, klingt es nach Rechtfertigung. Zeigt man Zahlen, bleiben sie abstrakt. Dabei weiss jede und jeder, wie es sich anfühlt, wenn der Winterdienst einmal zu spät kommt. Wahrnehmung entsteht selten durch Erklärung.
Die Idee war deshalb keine klassische Imagekampagne, sondern ein Perspektivwechsel. Bekannte Film- und Songtitel wurden in den Arbeitsalltag übersetzt – nicht als Pointe, sondern als Bühne. Plötzlich stand nicht mehr die Aufgabe im Zentrum, sondern die Rolle. Aus Unterhalt wurde Unterhaltung. Aus Routinen wurden Auftritte, die man erkennt.
Humor funktioniert dabei nicht als Ironie, sondern als gemeinsame Sprache. Er erklärt nichts, er erlaubt hinzusehen. Mitarbeitende begegnen sich selbst im Stadtbild – auf Fahrzeugen, Containern und Fassaden. Und Passantinnen und Passanten bemerken für einen Moment, was sonst im Hintergrund bleibt.
Am Ende des Tages geht es nicht um Wortspiele, sondern darum, etwas Offensichtliches sichtbar zu machen: Eine Stadt funktioniert nicht einfach so. Sie wird täglich gemacht. Und manchmal genügt ein anderer Blick, damit diese öffentliche Arbeit nicht nur erledigt ist, sondern gesehen wird.