Was braucht ein Ort?
Wir reden über nachhaltigen, regenerativen, zukunftsfähigen Tourismus. Über lebendige Orte, Verbundenheit und Resilienz.
Alles schön und gut. Doch mich würde noch interessieren: Was braucht der Ort?
Am See zwischen Bönigen und Interlaken ist ein Platz zum Hotspot geworden. Menschen kommen, fotografieren, bleiben. Über eine längere Strecke fehlt jedoch ein öffentliches WC. Was inzwischen in den Büschen landet, lässt sich häufchenweise erahnen.
Gleichzeitig bezahlen Übernachtungsgäste Kurtaxe. Damit werden unter anderem Reinigung, Abfallentsorgung, Unterhalt und touristische Infrastruktur mitfinanziert.
Also subito: WCs dorthin, wo sie gebraucht werden. Eine einfache Übersicht über alle öffentlichen Toiletten. Am besten universal verständlich, mit sprachunabhängigen Symbolen. Und eine klare Bitte: Respektiert unsere Natur. Nehmt euren Abfall mit und entsorgt ihn dort, wo ihr übernachtet.
Kein neues Erlebnis. Keine Inszenierung. Sondern schlicht auch mal: Infrastruktur, die vor Ort dient.
Ein anderer Tourismus beginnt nämlich genau da. Und bei der Frage: Was braucht es hier und jetzt?